Probleme Doktorat
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Aktuelle Probleme
Anerkennung von Forschung als Beruf
Alle Forscher, die eine Forscherlaufbahn eingeschlagen haben, sollen als Angehörige einer Berufsgruppe angesehen und entsprechend behandelt werden. Dies sollte bereits am Beginn ihrer Laufbahn, d.h. unmittelbar nach dem Dipl.-Ing.-Abschluss, der Fall sein. Wir fordern die TU Wien auf, so wie etliche andere österreichische Hochschulen und Forschungseinrichtungen (Uni Wien, WU Wien, BOKU, Unis Salzburg, Innsbruck, Graz, Klagenfurt,...) , die "Europäische Charta für Forscher" zu unterzeichnen und damit die Rechte von Forschern anzuerkennen.
Prekäre Dienstverhältnisse für DoktorandInnen
Wir fordern ein Ende der prekären Dienstverhältnisse, insbesondere der Stipendien ohne Sozialversicherung (wie es sie auch an der TU Wien gibt), aber auch der anderen atypischen Arbeitsverhältnisse.
Vollständige Umsetzung des Kollektivvertrags
Der Kollektivvertrag stellt für das wissenschaftliche Personal einen wichtigen Fortschritt dar. DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen sollen grundsätzlich für 40 Stunden angestellt werden. Der Kollektivvertrag darf nicht ausgehöhlt werden durch Teilzeitanstellungen von z.B. nur 20 oder 25 Stunden, die den tatsächlichen Arbeitsaufwand nicht abgelten. Das Anfertigen der Dissertation muss selbstverständlich in der Dienstzeit möglich sein.
Karriereperspektiven
Die TU Wien muss umgehend einen Personalstrukturplan erarbeiten, aus dem die Anzahl der Laufbahnstellen klar hervorgeht. Es muss klare Karriereperspektiven für alle NachwuchswissenschafterInnen geben. Die Anzahl der Dauerstellen muss in einem angemessenem Verhältnis zur Zahl der Gesamtstellen stehen (10% sind sicherlich nicht ausreichend). Eine gewisse Kontinuität ist notwendig, durch zu hohe Fluktuation ist der geordnete Lehr- und Forschungsbetrieb gefährdet.
ProjektmitarbeiterInnen
Die Institute und ProjektleiterInnen müssen durch vernünftige Personalplanung sicherstellen, dass auch DoktorandInnen, die als ProjektmitarbeiterInnen angestellt sind, eine faire Chance auf Fertigstellung ihrer Dissertation haben. Auch wenn die Laufzeit von Projekten oft kürzer ist, sollte für die Betroffenen zumindest für drei Jahre eine Finanzierung sichergestellt sein. Weiters lehnen wir Ultrakurz-Verträge von z.B. nur sechs Monaten Laufzeit ab, da diese jegliche Karriere- und Lebensplanung verhindern.
Transferable Skills im Studienplan
Ein innovativer Studienplan sollte auch sogenannte "Transferable" oder "Generic" Skills beinhalten, also Fähigkeiten und Kompetenzen, welche nicht fachspezifisch definiert sind, sondern auch in anderen Gebieten einsetzbar sind (z.B. Didaktik, Rhetorik, wissenschaftl. Arbeiten, Patentrecht...). Damit soll auch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die Mehrheit der DoktorandInnen nach dem Abschluss eine nicht-wissenschaftliche Karriere einschlägt. Transferable Skills können sowohl für eine Forschungslaufbahn als auch im nicht-akademischen Bereich genutzt werden. Sie sollen den Graduierten ermöglichen, ihre Laufbahn in vielen verschiedenen Bereichen des Arbeitsmarktes weiterzuentwickeln. Das Angebot soll freiwillig sein und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der DoktorandInnen orientieren. Selbstverständlich bleiben die Kernaufgaben des Doktorats, die Ausbildung zur Forschung durch Forschung und die Generierung neues Wissens, davon unberührt. Transferable Skills stellen vielmehr ein komplementäres Angebot dar.